Über mich und meine Banjo-Philosophie


 

Ich baue Banjos, verrückte Unikate, die erschwinglich sein sollen und optisch und klanglich unverwechselbar... und das kam so:

Als ich 17 war,  lieh mir jemand eine einfache Gitarre. Aus Faulheit hatte ich in der Schule nie Noten gelernt, aber Dylan und Donovan faszinierten mich. So hörte ich stundenlang LPs ab bis diese verkratz waren. Später lernte ich dann Noten und brachte mir Klassische Gitarre bei.  Dann kam der Tag, der bei mir musikalisch alles veränderte: Im hannoverschen "Muckerlokal" Leinedomizil wurde 5string Banjo gespielt und zwar der "Foggy Mountain Breakdown".  Werner Stephan von den Kilgarry Mountain Singers  spielte unglaublich beeindruckend.  Ich wusste mit traumwandlerischer Sicherheit, DAS IST ES!!.. DAS WILL ICH AUCH!!! Ich ließ keine Gelegenheit aus, dieses irre Musik-Instrument zu hören und zu sehen. Endgültig "verknallt" war ich, als ich Rüdiger Helbig auf seiner Marlboro Tour in Hannover sah...und hörte.

Als mir meine Freundin dann ein Framus 5string Banjo schenkte, ging's ab, ich übte  rund um die Uhr und überhörte geflissentlich das Klopfen der Nachbarn an Wände und Decken. Dann gründete Thomas Voigt in Hannover 1977 die Gruppe "Payday", in der ich Banjospieler wurde. Die Band wurde von Kinomillionär Joachim Flebbe gesponsort und 1978 kam eine LP mit dem Bandnamen heraus (siehe Bilder oben). Dabei war auch der bedeutende Geiger und Mandolinenspieler Hajo Hoffmann.

Durch meine Beschäftigung mit dem Banjo in den folgenden Jahren reizte es mich, das Instrument klanglich und optisch zu beeinflussen. Ich begriff, dass das Banjo das einzige Zupfinstrument ist, das man klanglich durch die verschiedensten Parameter, anders als Gitarre oder Geige, verändern kann.

Ich probierte viel herum und veränderte und "verschönte" meine inzwischen drei Banjos.

Dabei kam mir ein weiteres Hobby, das Bauen an Motorrädern und die Oldtimer-Restauration zu gute, denn dabei musste ich fit in Metall- und Holzbau sein.

Ab 2004 verbesserte ich verschiedene Banjos und begann mit eigenen Konstruktionen und ab 2007 fing  ich an, Banjos neu zu entwickeln, gegebene umzubauen und mit Tonringen zu experimentieren. Dann fühlte ich mich bereit, professionell einzusteigen und 2009 meldete ich offiziell ein Gewerbe als Zupfinstrumentenmacher an.

 

Meine Philosophie:Ein Banjo muss top klingen, einmalig aussehen und in beidem auch unverwechselbar sein.

Ich beobachtete schon früher, als ich mir noch kein ordentliches Banjo leisten konnte, das Banjobauer in Deutschland und USA edle Banjos von höchster Qualität bauen. Die aufwändige Handarbeit hat ihren Preis...  Um so mehr erstaunte mich, dass die entscheidenden Elemente der Klangerzeugung (Tonringe) , die oft maschinelle Massenware sind, (z.B.White Lady-Tonring) nur zugekauft werden. Für mich steht die Klangerzeugung im Mittelpunkt. Kessel mit edlen Furnieren, speziellen Bindings, Traumhälse aus wochenlanger Handarbeit usw. kosten extrem viel. Meine Kessel sind einfach. Ich beziehe die Rohlinge seit Jahren von der Firma Formholz aus Plüderhausen, (die u.a. Trommelkessel herstellt) oder sie werden mir nach meinen Vorstellungen von Mark Hickler, Arizona, zugeliefert. Neuerdings habe ich auch Kontakt zu  Clint Goins aus connersville,Indiana, der hervorragende Block-Design Kessel baut. Hälse lasse ich nach meinen Vorstellungen in Asien bauen (Bruce Wei, Taisamlu)oder kaufe Rohlinge in den Staaten, die ich nach meinen Vorstellungen gestalte. Damit kann ich Kosten sparen und mich ganz auf die Klangaspekte konzentrieren. (siehe "Tonringkonstruktionen") Die Brücken lasse ich ausschließlich von Don New anfertigen. Er baut sie aus uralten Scheunenbalken seines Großvaters am Fuße der Ozark Mountains. - Ein hervorragendes Korrektiv meiner klanglichen Vorstellungen stellt der Musiker und Banjolehrer Udo Weihrauch dar. Er muss immer alle meine Kreationen testen. Neuerdings habe ich Kontakt zu Jörg Elter und Günter Amendt, die mich auf meinem Weg weiterbringen.

Mit dieser Devise entwickele ich bis heute Tonringe und "verrückte" Banjos. Dabei gehe ich nach Motiven, die mich bewegen und faszinieren. Es kommen z.T. sehr eigenwillige Designs heraus, die ich dann in erster Linie für mich umgesetzt habe. Erstaunlicher Weise finden sich dann immer wieder Käufer, die genau dieses Feeling suchten.

Sie merken schon, ich baue, weil es mich begeistert, danach erst  kommt dann die Überlegung: Wer kauft das? Was kostet das? Was ist es mir Wert?....

Der Wert richtet sich bei mir nach Materialkosten, Arbeitszeit und wie sehr mir das jeweilige "Kind" selber gefällt.

Ich würde nie jemandem ein Banjo aufschwatzen, mir ist es wichtig, dass der richtige Spieler das FÜR IHN richtige Instrument findet. Am besten mit meiner Hilfe durch Beratung oder persönlichen Kontakt. Dem Käufer gebe ich offiziell drei Jahre Garantie, inoffiziell bin ich immer für meine Banjo-Kinder da und werde auch nach Jahren noch helfen und verbessern.

 

Mein Firmenlogo sind übrigens die 3Fische. Meine Familie ist seit dem Jahr 1271 ein pommerscher Uradel . Das Familienwappen stellt drei Fische (Plötze) dar.

 

 

So, jetzt zu   "Meine Banjos"!